Einen Anbieter prüfen
SwissPeps-Forschungsteam · Aktualisiert 8. Oktober 2026 · ~9 Min. Lesezeit
Diese Seite nennt keine Anbieter und empfiehlt keine. Sie führt die Prüfungen auf, die sich bei jedem Shop für Forschungspeptide von aussen durchführen lassen — ohne Konto, ohne Anfrage und vor der ersten Bestellung. Am Ende steht, wie dieser Shop bei denselben Prüfungen abschneidet, samt der Stellen, an denen er unvollständig ist. Alles hier Erwähnte wird ausschliesslich für die In-vitro-Laborforschung geliefert und ist nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch bestimmt.
Die Frage, auf die alles hinausläuft
Es gibt genau eine Prüfung, von der alle anderen abhängen: Lässt sich das Vial in der Hand bis zu einem Prüfbericht zurückverfolgen? Dazu muss die Chargennummer auf dem Etikett mit der Chargennummer im Bericht übereinstimmen. Stimmen sie nicht überein oder fehlt eine von beiden, sagt der Bericht über dieses Vial nichts aus — unabhängig davon, wie gut er aussieht.
Alles Weitere auf dieser Seite ist eine Variation dieser einen Frage.
Sechs Angaben, die ein Analysenzertifikat nennen muss
Ein Bericht, dem eine dieser Angaben fehlt, lässt sich nicht bis zum Vial zurückverfolgen.
| Angabe | Wozu sie dient |
|---|---|
| Substanz | Benennt, was geprüft wurde. Ein Handelsname allein genügt nicht, weil derselbe Stoff unter mehreren Namen läuft. |
| Chargennummer | Verbindet den Bericht mit einer bestimmten Produktionsmenge. Ohne sie gilt er für keine. |
| Prüfmethode | Ein Prozentwert ohne Methode ist keine Angabe. Zwei Labore können dieselbe Charge messen und zu verschiedenen Zahlen kommen. |
| Messwert | Das Ergebnis der Messung, nicht die Zusage des Verkäufers. |
| Analysedatum | Zeigt, ob der Bericht zur gelieferten Charge gehört oder aus einem anderen Jahr stammt. |
| Prüflabor | Benennt, wer gemessen hat. «Intern geprüft» ist keine unabhängige Aussage. |
Chargenbezogen oder Musterdokument
Der häufigste Fall ist nicht das fehlende Zertifikat, sondern das Musterdokument: ein einziges, seit Jahren unverändertes PDF je Substanz. Es belegt, dass irgendwann einmal etwas gemessen wurde. Über das Vial, das im Paket liegt, belegt es nichts.
Prüfbar ist das in zwei Minuten. Öffnen Sie die Berichte zu zwei verschiedenen Produkten und vergleichen Sie Chargennummer und Analysedatum. Sind beide Nummern gleich, gehören sie nicht zu zwei Chargen. Liegt das Datum Jahre zurück, während der Shop laufend liefert, ist es nicht das Datum der gelieferten Ware.
Ohne Konto einsehbar
Ein Bericht, der erst nach Registrierung, erst auf Anfrage oder erst mit der Lieferung kommt, lässt sich genau dann nicht prüfen, wenn die Prüfung etwas ändern würde — nämlich vor dem Kauf. Die Frage ist nicht, ob ein Anbieter Zertifikate hat, sondern ob er sie zeigt, ohne dass man etwas dafür hergeben muss.
Spezifikation und Messwert sind zwei Zahlen
Die Spezifikation ist eine Zusage im Voraus, etwa «mindestens 98 %». Der Messwert ist das Ergebnis an einer bestimmten Charge. Beide Zahlen können stimmen und weit auseinanderliegen; eine Seite, die sie zu einer Zahl zusammenzieht, verwischt den Unterschied.
Daran hängt eine Prüfung, die kaum jemand macht: Liegt der veröffentlichte Messwert immer genau auf oder knapp über der Zusage, und zwar bei jeder Charge, dann ist das kein Qualitätsbeweis, sondern ein Hinweis darauf, dass die Zahl aus der Spezifikation abgeschrieben wurde. Echte Messreihen streuen.
Die Methode gehört zur Zahl
Welche Säule, welcher Gradient, welche Detektionswellenlänge — davon hängt das Ergebnis ab. Deshalb gehört die Methode auf den Bericht, und deshalb gehört sie je Labor benannt und nicht pauschal für ein ganzes Register. Steht auf einer Shopseite ein einziger Prozentwert für das gesamte Sortiment, beschreibt er keine Messung.
Reinheit und Identität sind zwei Fragen
Die HPLC beantwortet, wie sauber eine Probe ist. Sie beantwortet nicht, ob es die richtige Substanz ist. Diese zweite Frage klärt die Massenspektrometrie über die Molekülmasse.
Das ist kein akademischer Punkt. Fehlt einer Kette ein Glied, ist das Molekül um die Masse dieser Aminosäure leichter und die Chromatographie trennt die Abweichung nicht zwingend sauber ab. Ein Bericht, der nur einen Reinheitswert nennt, lässt die Identitätsfrage offen.
Was ein Zertifikat nicht belegt
Ein vollständiger Bericht ist eine Aussage über Sauberkeit und Identität. Er ist keine Aussage über diese Punkte:
- Peptidgehalt — welcher Anteil der Einwaage tatsächlich Peptid ist. Er wird über Aminosäureanalyse oder Stickstoffanteil bestimmt und steht nicht auf jedem Bericht.
- Trocknungsverlust — die verbliebene Restfeuchte, die mitwiegt und die Haltbarkeit begrenzt.
- Gegenion — bei chemisch hergestellten Peptiden meist Trifluoracetat, das ebenfalls mitwiegt.
- Sterilität — ein lyophilisiertes Forschungsreagenz ist kein steriles Produkt, und ein Reinheitswert sagt darüber nichts.
Aus den ersten drei Punkten folgt der praktisch wichtigste Satz dieser Seite: Die Nennmenge auf dem Etikett ist eine Obergrenze für die enthaltene Peptidmenge, keine Zusage. Wer Konzentrationen genau braucht, rechnet mit dem Peptidgehalt aus dem Bericht, sofern er dort ausgewiesen ist.
Die CAS-Nummer nachschlagen
Die CAS-Nummer identifiziert eine Verbindung eindeutig, unabhängig von Handelsnamen. BPC-157 trägt 137525-51-0, TB-500 trägt 77591-33-4. Nachschlagen lässt sich jede Nummer in öffentlichen Datenbanken wie PubChem oder CAS Common Chemistry; die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer und aus den übrigen berechenbar, weshalb eine erfundene Nummer schon beim Nachschlagen auffällt.
Ein Punkt, der oft falsch gelesen wird: Zubereitungen aus mehreren Peptiden tragen keine eigene CAS-Nummer, weil eine Nummer genau eine definierte Substanz bezeichnet. Wo bei einer Forschungsmischung ein Strich steht, ist das die richtige Angabe und kein fehlender Eintrag. Eine erfundene Nummer an dieser Stelle wäre das Gegenteil von Sorgfalt.
Was sich am Anbieter selbst prüfen lässt
Vier Dinge, die nichts mit Chemie zu tun haben und trotzdem viel sagen:
- Rechtsträger im Impressum — Name, Sitz und Firmennummer der juristischen Person, nachschlagbar im Handelsregister des jeweiligen Landes. Ein Shop, der nur eine Marke und ein Kontaktformular zeigt, nennt niemanden.
- Preise in der Währung, in der bezahlt wird — sonst entscheidet der Umrechnungskurs erst nach der Bestellung.
- Zweckbestimmung auf jeder Produktseite, nicht nur in der Fusszeile. Wo die Angaben zum Forschungszweck mit Mengen pro Person, Zeitplänen oder Erfahrungsberichten auf derselben Seite stehen, widerspricht sich die Seite selbst.
- Lager und Versand ohne Widerspruch — wenn Produktseite, Versandseite und strukturierte Daten drei verschiedene Lagerorte nennen, ist mindestens zwei davon nicht nachgepflegt.
Checkliste
| Prüfung | Wie |
|---|---|
| Zertifikat ohne Konto einsehbar | Produktseite öffnen, Bericht suchen, ohne sich anzumelden |
| Chargennummer im Bericht vorhanden | Bericht öffnen und nachsehen |
| Berichte zu zwei Produkten tragen verschiedene Chargen | zwei Berichte vergleichen |
| Analysedatum liegt nicht Jahre zurück | Datum im Bericht lesen |
| Methode und Labor benannt | Bericht lesen, nicht die Produktbeschreibung |
| Messwerte streuen, statt exakt auf der Zusage zu liegen | mehrere Berichte nebeneinander |
| CAS-Nummer stimmt mit der Datenbank überein | in PubChem nachschlagen |
| Rechtsträger und Firmennummer im Impressum | Impressum lesen, Nummer im Register nachschlagen |
| Keine Angaben zu Anwendung am Menschen | Produktseiten und Blog durchsehen |
Wie dieser Shop bei denselben Prüfungen abschneidet
Die Zahlen stammen aus dem eigenen Register, nicht aus einer Zusage. Stand 8. Oktober 2026:
- 82 Prüfberichte sind im Zertifikatsregister veröffentlicht, durchsuchbar nach Substanz und Chargennummer, ohne Konto und ohne Bestellung. Sie decken 29 Substanzen ab, die Analysedaten reichen von Juli 2023 bis Juli 2026.
- Zwei namentlich genannte Prüflabore: Liquilabs s.r.o. mit 51 Berichten, APIGENEX s.r.o. mit 28 Berichten, und 3 Berichte tragen die Unterschriften beider Labore. Die Methode steht je Labor und nicht pauschal für das Register.
- Eine pauschale Mindestreinheit nennt dieser Shop nicht. Massgeblich ist der gemessene Wert im Zertifikat der Charge. Von den 82 Berichten nennen 75 einen Reinheitswert; die Werte reichen von 92,93 % bis 100 %. Bis zum 9. Oktober 2026 stand hier «mindestens 98 %» — das eigene Register widerlegte es, und die Zusage wurde gestrichen statt die Zahlen zu verschweigen.
- 7 Berichte nennen keinen Reinheitswert. Es sind die Laborreagenzien, für die kein Reinheitswert gilt, und zwei ältere Berichte, in denen das Labor nur die Identität ausweist. Bis zum 8. Oktober 2026 waren es 38, weil 31 Werte aus den PDF nicht in das Register übernommen worden waren.
- Peptidgehalt und Trocknungsverlust stehen nicht auf jedem Bericht. Wo sie fehlen, ist die Nennmenge die praktikable Rechengrösse — mit der Einschränkung, die weiter oben steht.
Elf der 75 Werte liegen unter 98 %, der niedrigste bei 92,93 %. Sie stehen offen im Register, statt herausgefiltert zu sein. Das ist auch der Grund, warum hier keine Mindestreinheit mehr zugesagt wird: Eine Bestellung führt keine Chargennummer, der Shop weiss also nicht, welche Charge bei Ihnen ankommt — und was er nicht weiss, sagt er nicht zu.
Häufige Fragen
Genügt ein Zertifikat als Nachweis, dass eine Substanz echt ist?
Nur zusammen mit der Chargennummer auf dem Vial. Ein Bericht belegt eine Messung an einer bestimmten Produktionsmenge. Ohne übereinstimmende Nummer lässt er sich keinem Vial zuordnen.
Warum liegt der Peptidgehalt unter der Reinheit?
Weil die beiden Zahlen Verschiedenes vergleichen. Die Reinheit vergleicht das Zielpeptid mit den übrigen Peptiden in derselben Probe, der Peptidgehalt vergleicht das Peptid mit der gesamten eingewogenen Masse, also einschliesslich Gegenion und Restfeuchte. 99 % Reinheit bei 80 % Peptidgehalt ist kein Widerspruch.
Ist ein hoher Trifluoracetat-Anteil ein Mangel?
Nein. Wie viel Gegenion ein Molekül trägt, hängt von seiner Sequenz ab: Es setzt sich an die basischen Seitenketten. Bei stark basischen Sequenzen sind höhere Anteile die Regel. Relevant wird Trifluoracetat erst, wenn es im geplanten Ansatz stört; dann gibt es Chargen mit Acetat als Gegenion.
Was heisst es, wenn bei einer Mischung keine CAS-Nummer steht?
Dass die Angabe korrekt ist. Eine CAS-Nummer bezeichnet genau eine definierte Substanz; eine Zubereitung aus mehreren Peptiden hat keine. Ein Strich ist an dieser Stelle die richtige Eintragung.
Nur für Forschungszwecke. Dieser Inhalt ist informativ. Die erwähnten Produkte werden ausschliesslich für die In-vitro-Labor- und wissenschaftliche Forschung geliefert — nicht für den menschlichen oder tierärztlichen Gebrauch. Für eine Bestellung müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein.
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